Allergie gegen Milchprodukte

Bei einer Unverträglichkeit von Milchprodukten ist zu unterscheiden, ob es sich nur
um eine Laktoseintoleranz handelt oder um eine Allergie gegen Milchprodukte. Bei
der Laktoseintoleranz mangelt es dem Patienten am Enzym Lactase, das für den
Abbau von Milchzucker zuständig ist. Die Unverträglichkeit richtet sich gegen Milch
und Milchprodukte und zeigt sich in ähnlichen Symptomen wie eine Allergie. Bei einer
Allergie gegen Milchprodukte handelt es sich um eine Reaktion des Immunsystems
auf Bestandteile von Milchprodukten. Der Körper bildet allergenspezifische
Immunglobuline, Eiweißstoffe, die zur Ausschüttung von Histaminen führen.
Allergische Reaktionen sind die Folge, die sich in Übelkeit, Durchfall, Erbrechen,
Verdauungsbeschwerden, Darmkrämpfen, Urtikaria, Schleimhautschwellungen,
Husten, Niesen und in schweren Fällen allergischem Asthma äußern können. Die
Symptome können akut auftreten als Typ-I-Reaktionen, sofort nach dem Verzehr von
Milchprodukten. Sie können jedoch auch einige Stunden nach dem Genuss der
Milchprodukte auftreten als Typ-IV-Reaktion. Wie die Allergie gegen Milch, richtet die
Allergie gegen Milchprodukte gegen Eiweißkomponenten der Milch. In der Milch sind
fünf verschiedene Eiweißkomponenten nachgewiesen, die zu allergischen
Reaktionen führen können. Der Patient muss nicht auf alle Eiweißkomponenten der
Milchprodukte reagieren. Casein und ß-Lactoglobulin sind die Eiweißkomponenten,
die am häufigsten Allergien auslösen. Bei einer Allergie gegen Milchprodukte liegt
auch eine Allergie gegen Milch vor. Viele Betroffene können verschiedene
Sauermilchprodukte und gekochte Milch vertragen sowie geringe Mengen Butter.

Der Arzt klärt über Hauttests, meist den Pricktest oder Reibtest, ob eine Allergie
gegen Milchprodukte vorliegt und um welche Eiweißkomponenten es ich bei
der Allergie handelt. Ein Bluttest, bei dem allergenspezifische Immunglobuline
nachgewiesen werden, kann das Ergebnis präzisieren. Ein Provokationstest, bei
dem der Patient die Allergene direkt über den Mund zu sich nimmt, unter strenger
ärztlicher Kontrolle, kann angewendet werden.

Bei akuten Beschwerden einer Allergie gegen Milchprodukte kann der Arzt
Antihistaminika verordnen oder Cortison geben. Um Beschwerden dauerhaft
vorzubeugen, sind Milchprodukte zu meiden. Das Zutatenverzeichnis gibt Auskunft
darüber, welche Eiweißkomponenten in den Milchprodukten enthalten sind, und kann
Anhaltspunkt sein, ob diese Milchprodukte zu vermeiden sind. Sojaprodukte stellen
eine Alternative zu Milchprodukten dar. Für eine gesunde, ausgewogene Ernährung
ist zu sorgen, die auch ohne Milchprodukte möglich ist. Vitamine und Zusatzstoffe,
z. B. Kalzium, können bei einer Allergie gegen Milchprodukte den Speiseplan
ergänzen. Eine Hyposensibilisierung, bei der der Patient in kleinen Dosen, die
langsam gesteigert werden, Milch zu sich nimmt, unter ärztlicher Aufsicht ist möglich,
aber umstritten. Während dieser Zeit darf der Patient keine Antiallergika anwenden,
da die Behandlung sonst nicht wirksam ist. Direkt im Anschluss an eine erfolgreiche
Behandlung muss der Patient täglich Milchprodukte zu sich nehmen, da sich die
Wirkung der Behandlung sonst schnell verliert.

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